Age of Sigmar

The Old, the New and the Coolest


The Old


Was hat sich nicht geändert? Die Namen der Einheiten und Modelle, sowie einer Handvoll Sonderregeln. Abgesehen davon ist nicht viel vom alten Warhammer übrig geblieben. Da war GW richtig fleißig (ob zum Guten oder Schlechten wird sich noch zeigen).

Was sich ebenfalls eingebürgert hat bei GW, ist das Einheitennamen und Schlüsselwörter nicht mehr übersetzt werden, was für mich nichts anderes bedeutet hat, als das ich mir gleich die englischen Warscrolls und Regeln heruntergeladen hab.


The New

 

Vier Seiten Grundregeln, hört sich wenig an, sieht nach wenig aus, aber reicht aus. Alles nötige was man für Bewegung, Schießen, Zaubern und Nahkampf wissen muss steht drin. Was in den Grundregeln weggefallen ist, sind sämtliche Sonderregeln, Waffentypen, Einheitentypen, Trefferwurf- und Verwundungstabelle und Magische Rüstkammer. Alles was man über eine Einheit ab jetzt wissen muss, steht auf der Warscroll.

 

„Magische“ Ausrüstung gibt es zwar noch, aber nicht mehr wie früher wo man sich die entsprechenden Gegenstände einkaufen musste, sondern jetzt haben alle Einheiten/Modelle festgelegte Ausrüstung. Manche haben mehrere Optionen zur Wahl, was in der Beschreibung angegeben ist.

 

Das gleiche gilt für Zaubersprüche. Es gibt zwei Zauber in den Grundregeln, die, soweit ich das bisher gesehen hab, jeder Zauberer kennt. Was ein Zauberer sonst noch zaubern kann steht ebenfalls auf der Warscroll. Nichts mehr mit zufällig bestimmten Zaubern oder Magiestufen, Zauber sind ab jetzt festgelegt und jeder Zauberer kann auch nur eine bestimmte Anzahl an Zauber pro Runde wirken bzw bannen, was ebenfalls in der Warscroll angegeben ist. Bestimmte Zauberer kennen auch noch Beschwörungszauber, zum Beispiel können Deathmages untote Einheiten heraufbeschwören und Wizards of Chaos können Dämonen beschwören. Die Beschwörungszauber findet man auf den Warscrolls der zu beschwörenden Einheit.

 

Das Profil wie wir es bisher kannten gibt es nicht mehr. Anstatt erst auf einer Tabelle nachzuschauen auf was man im Nahkampf trifft oder noch mal durchrechnen was man braucht um bei Beschuss zu treffen, gibt es nicht mehr, das selbe gilt für Verwundungswürfe. Alles steht jetzt im Profil. Man trifft gegen jeden Gegner gleich, verwundet immer gleich, es sei den es wird durch eine Sonderregel des Modells oder des Gegners modifiziert.

 

Schutzwürfe gibt es fast ausnahmslos nur noch einen, hab noch nicht alle Warscrolls durchgeschaut, bisher nur die meiner eigenen Armeen kurz überflogen, aber der einzige der zwei Schutzwürfe hat, ist Settra. Zudem habe ich auch noch keinen Schutzwurf gesehen der besser als 3+ ist. Selbst Echsenritter und Bretonische Ritter haben nur noch einen 4+ Schutzwurf. Auch die Modifizierung der Schutzwürfe hat sich geändert. Ab jetzt wird im Profil des Angreifers angegeben um wieviel der Schutzwurf modifiziert wird. Dafür hat Kavallerie jetzt im Normalfall zwei Lebenspunkte pro Model.

 

Es gibt keine Ausrichtung mehr, wie in Warhammer 40k stehen Einheiten jetzt in einer „lockeren“ Formation auf dem Tisch. Man kann auch weiterhin mit eckigen Bases spielen und auch weiterhin als dicht gepacktes Regiment aufstellen. Es gibt keine Regel die den Basekontakt verbietet oder das daraus ein Nahteil entsteht. Schablonenwaffen gibt es ebenfalls nicht mehr, daher ist es egal wie dicht man seine Einheiten aufstellt. Für mich eine Erleichterung, da ich meine Regimenter fertig aufgestellt transportiere und ich keine Lust gehabt hätte 200 Zombies einzeln aufzustellen.

 

Punktkosten gibt es keine mehr. Wie soll man dann die Größe des Spiels bzw der Armee bestimmen? Zwei Möglichkeiten, erstens, man macht aus mit wie vielen Modellen man spielt, da die Anzahl der Modelle Auswirkungen auf die Siegbedingungen hat. Zweite Möglichkeit, spiel soviel du willst und der der ein Drittel weniger Modelle auf dem Tisch stehen hat, darf eine Sudden Death Siegbedingung aussuchen mit der er seinen überlegenen Gegner gezielt besiegen kann.

 

Charaktermodelle laufen ab jetzt Solo rum. Regeln zum anschließen an Einheiten gibt es nicht, im Gegenteil es steht klar in den Grundregeln, dass eine Einheit nur aus Modellen der gleichen Warscroll bestehen darf. Dadurch werden Helden zu leichten Zielen für Beschuss und fliegende Einheiten. Da Charaktere auf Monstern wesentlich mehr Lebenspunkte haben und auch einen besseren Schutzwurf, werden diese nun öfters zu sehen sein, was mich ebenfalls sehr freut.

 

Armeezusammensetzung gibt es ebenfalls nicht mehr, man kann jetzt nur Monster spielen oder nur Helden oder nur Snotlinge. Das bleibt ab jetzt jedem selbst überlassen. Man muss noch nicht einmal mehr einen Helden spielen. Der General ist dann einfach ein Modell das man nach der Aufstellung bestimmt. Zudem gibt es keine Regel bezüglich wer mit wem darf. Man kann seine Armeen also auch bunt mischen wie es aussieht.

 

The Coolest

 

Die Coolsten sind ab jetzt die Gruftkönige. Warum? Ganz einfach durch Settras neue Sonderregel:

 

Und er sprach „Krieg“, und die Welt erzitterte

…: Wenn Settra the Imperishable diese Fähigkeit

einsetzt, musst du deine Hand ausstrecken

und in einem äußerst befehlenden Tonfall

„Krieg“ sagen. Wenn du dies tust, kannst du bis

zu deiner nächsten Heldenphase 1 zu allen Trefferwürfen

für Death-Einheiten in deiner Armee

addieren, die sich in der Nahkampfphase

innerhalb von 18" um Settra befinden. Wenn

eine Deathrattle-Einheit von dieser Fähigkeit

beeinflusst wird, kannst du außerdem in

der Nahkampfphase 1 zu ihren Verwundungswürfen

addieren. Wenn Settra dein General ist,

darfst du dich aus keinem Grund während der

Schlacht hinknien. Wenn du dies tust, auch nur

ein einziges Mal, verlierst du sofort die Schlacht.

 

Settra kniet nicht!

 

Man muss halt aufpassen, dass wenn man Settra spielt, das man sich nicht von seinem Gegner austricksen lässt, nach dem Motto: He, dein Schuh ist offen, knie dich mal besser hin und schnür ihn wieder. Und wenn mal ein Würfel vom Tisch fällt, nur bücken nicht knien.

Jetzt muss ich mir doch noch Settra als Modell holen :D .

 

Fazit:

 

Von den Grundregeln ist alles sehr viel einfacher geworden, aber die Einheitenregeln dafür spezieller. Allgemeine Sonderregeln gibt es nicht mehr, dadurch muss man jetzt viele Warscrolls durchlesen um zu wissen was jede Einheit kann. Für Einsteiger die mit zwei bis drei verschiedenen Einheiten anfangen ist das nicht so schlimm, im Gegenteil, sogar sehr Vorteilhaft, man hat dann nur die vier Seiten Grundregeln und drei Seiten Einheitenregeln vor sich liegen. Für Veteranen die eine riesige Auswahl an Einheiten haben die sich über mehrere Armeen erstrecken ist das wieder was anderes, besonders wenn man mal eine große Schlacht mit zehn bis fünfzehn verschiedenen Einheiten spielt.

 

Durch die simplen Grundregeln ist es ein perfektes Einsteigerspiel, eine Handvoll Modelle reicht völlig aus um seine ersten Schlachten zu schlagen.

 

Für die alten Veteranen des WHFB fällt viel von den gewohnten Regeln weg. Meine große Befürchtung war, dass durch die neuen Bewegungsregeln, das Spiel taktisch weit weniger Anspruchsvoll ist als WHFB. Aber dadurch, dass sich Helden jetzt solo über das Schlachtfeld schlagen müssen, muss man sich zweimal überlegen wo man sie hinstellt und wie man sie bewegt, ohne das sie gleich von irgend etwas weggeschossen werden. Auch dass man sich weit schwerer auf seinen Gegner vorbereiten kann macht es Spannender. Während früher die

Armeezusamenstellung starken Beschränkungen unterlag, kann man jetzt spielen was man will. Dadurch kann man sich eine schöne Themenliste zusammenbauen, ohne auf Beschränkungen oder Punktkosten achten zu müssen. Man sollte jedoch immer vorher festlegen in welchem Umfang und mit wie vielen Modellen man spielt.

 

Age of Sigmar ist noch nichts voll ausgereiftes, aber dass darf man auch nicht erwarten. Es ist ein völlig neues Spiel mit neuen Regeln und so wie sich WHFB von Edition 1 bis 8 hochgearbeitet und entwickelt hat (und selbst die 8te ist nicht völlig ausgereift), so wird sich Age of Sigmar ebenfalls weiterentwickeln und über die nächsten Monate und Jahre heranreifen.


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